VITA

Autorin und Dramaturgin

Juliane Hendes, geboren und aufgewachsen in Rostock, Absolventin der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, arbeitet nach dem Studium als Regieassistentin am Düsseldorfer Schauspielhaus. Dort inszeniert sie 2015 eine eigene Bühnenfassung von Albertine Sarrazins »Astragalus«, dem ersten Roman, in dem »eine Frau über ihre Gefängnisse spricht« (Simone de Beauvoir).

Seit 2016 arbeitet Juliane Hendes als freie Dramaturgin u.a. an den Sophiensälen Berlin, am Nationaltheater Mannheim, den Kammerspielen München, am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Landestheater Marburg. Im Frühjahr 2024 und 2025 zusammen mit Schauspieler und Regisseur Milan Peschel am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin (»Chico Zitrone im Tal der Hoffnung«, 2024, Shortlist Theatertreffen 2025 und »Ich werde dich lieben«, 2025).

Als Autorin schreibt sie 2020 für die Bürgerbühne des Düsseldorfer Schauspielhauses »Blick zurück nach vorn«, auf Erfahrungsberichten der Mitwirkenden basierende Familienchroniken gegen das Vergessen – und »deckt (…) mindestens so viel über die Nazi-Vergangenheit von netten Düsseldorfer Mitbürgern auf wie über die Strategien, mit denen diese Vergangenheit in der Nachkriegszeit unter Verschluss gehalten wurde« (Franz Wille, in: Theater heute 3/2020).

Sie ist als Autorin von 2019 bis 2024 der freien Gruppe Pièrre.Vers assoziiert. Es entstehen fünf der Aufarbeitung der Düsseldorfer NS-Vergangenheit gewidmeten Stück-Entwicklungen jeweils in Zusammenarbeit mit dem asphalt-Festival und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. u.a. »Im Process« (2021, unter den besten zehn Inszenierungen bei Nachtkritik-Theatertreffen) und »DUNKELDORF« (Shortlist des Berliner Theatertreffens 2024). 2021 erhält sie den Förderpreis für Darstellende Kunst der Landeshauptstadt Düsseldorf. 2022 wird dem Kollektiv die Spitzenförderung des Landes NRW zugesprochen. 

 Im Rahmen der Gedenktage der Progrome von Rostock Lichtenhagen 1992 entsteht der Text »RAUSLAND – Als wir uns vergaßen« (frei zur UA). Der Text läutet eine andauernde Beschäftigung mit dem Begriff (ostdeutsche) Heimat ein und die Suche nach einer gesamtdeutschen Wahrnehmung, beginnend an den Rändern. 2023 schreibt sie »Aus dem Osten, aus dem Sinn.« und 2025 »LIEBE und PLATTENBAUTEN« für das Hessische Landestheater Marburg und 2025 »SPÄTI PARADIES« für die Neue Bühne Senftenberg. Mit diesem Text ist sie zum Heidelberger Stückemarkt 2026 eingeladen. Ihr Stücke »ANGELALAND« inszeniert sie im November 2025 für den TD Berlin. Dieser Text wird im September 2026 in der Regie von Eva Lange am Hessischen Landestheater Marburg in einer Nachinszenierung zu sehen sein. 

Im Februar 2026 inszenierte sie »Anfang, kein Ende« am Theater Lüneburg. Diese Arbeit wurde überegional wahrgenommen. 

Darüber hinaus schreibt Juliane Hendes Theaterstücke, die sich mit dem »Schlachtfeld« zwischen den Geschlechtern auseinander setzen, wirft einen humorvollen Blick in das weibliche Innere (»Hedda – so gar nicht von Ibsen«, frei zur UA) oder weist mit »Ein Bild von mir«, 2024 uraufgeführt am Mecklenburgischen Staatstheater, auf die Gefahren von Cybergrooming im Internet hin.

Seit 2022 wird Juliane Hendes von rua. Kooperative für Text und Regie vertreten. Ihren letzten Theatertext »Krieg. Mein Krieg« inszenierte Juliane Hendes 2020 als Hörspiel.

 

Foto: Oliver Look